Dieser Beitrag ist Teil 24 von 30 der Serie #Storytellity

24 Welche Knotenpunkte bilden das zwingende Dreieck?

Die Königin schenkt dem nichstahnenden Schneewittchen den vergifteten Apfel

Die Königin schenkt dem nichstahnenden Schneewittchen den vergifteten Apfel

Wann hat eine Geschichte Hand und Fuß? Wenn es dem Erzähler gelingt, das zwingende Dreieck überzeugend zu vermitteln. Was sich dahinter verbirgt und warum es zwingend ist, klärt dieser Kurzbeitrag.

Wenn Sie eine Geschichte betrachten, werden Sie schnell feststellen, dass sich drei Punkte zwingend miteinander verbinden. Ihr Held hat (1) ein Problem. Später findet er (2) eine Lösung dafür und am Ende entsteht daraus (3) eine Botschaft.

Zum Beispiel: Jonas ist auf der Flucht vor seinem Gott und wird deshalb in einem Wal gefangen gehalten. Erst als er nachgibt und sich bereit erklärt, seinen Auftrag zu erfüllen, spuckt der Wal ihn an Land.

Problem: Jonas möchte seinen Auftrag nicht annehmen

Lösung: Er bekennt sich zu seinem Auftrag

Botschaft: Jeder Mensch hat eine Aufgabe (Mission) im Leben. Verweigere Dich ihr nicht, sonst leidest Du im Unbewussten (Wal), sondern nehme sie an und alles wird gut.

Religiöse Menschen mögen die Geschichte von Jonas und dem Wal vielleicht eher wortwörtlich verstehen. Nichtdestotrotz würde es das Publikum wahrscheinlich sehr verwirren, wenn Jonas frei käme, indem er “Wal öffne Dich” ruft. Die Logik diktiert, dass Problem, Lösung und Botschaft eine Einheit bilden.

Was bedeutet das für unsere Geschichten? Sobald wir wissen, welche Geschichte wir erzählen, fragen wir ein Testpublikum, ob das zwingende Dreieck für den Zuschauer nachvollziehbar ist.

Denn es kann leicht passieren, dass wir in Kenntnis vieler Hintergrundinformationen glauben, eine logische Geschichte zu erzählen. Das Publikum hat dagegen nur die notwenigen Informationen. Manchmal passt aus dieser Perspektive nicht alles zusammen, weil ein kleines Detail fehlt.

Wenn es wirklich darauf ankommt, wollen Sie vom Publikum verstanden werden.

Geschichtenerzählen war ganz sicher keine meiner Stärken. Ich musste mir alles erarbeiten, unzählige Bücher lesen und natürlich auch scheitern. Irgendwann wusste ich allerdings so viel darüber, dass ich anderen noch etwas beibringen konnte und sogar meine eigene Methode entwickelt habe. Die Story Matrix ist einfach. Sie erspart den peinlichen Moment, wenn Du merkst, dass Deine Zuschauer nichts mit Deiner Geschichte anfangen können. Peinlich deshalb, weil Du ja zu Ende erzählen musst.

Die Story Matrix funktioniert für jeden. Deshalb habe ich ein Buch über die Methode geschrieben.

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