Dieser Beitrag ist Teil 3 von 30 der Serie #Storytellity

3 Was verliert der Erzähler, wenn der Held keinen Mentor hat?

Der Held ist die Identifikationsfigur für das Publikum. Daher sollte er einer von ihnen sein. Der Mentor wird notwendig, um den Helden mit seinen Fragen und Einsichten wieder auf den richtigen Weg zu führen. Es macht den Helden menschlich, dass er nicht von selbst darauf kommt und auf die Hilfe des Mentors angewiesen ist. Diese Menschlichkeit ist es, die den Helden dem Publikum näher bringt. Es ist kein Fabelwesen. Er hat Fehler und er braucht Hilfe. Damit kann sich jeder identifizieren.

In der griechischen Mythologie sind Mentoren Gesandte der Götter. So ist das auch in unseren Geschichten. Denn Mentoren sind die Alter Egos des Erzählers.
Der Mentor ist insbesondere dann wichtig, wenn der Erzähler selbst der Held seiner eigenen Geschichte ist. Denn über die Persönlichkeit des Mentors schafft er einen Dritten, der die Botschaft der Geschichte überbringt. So bleibt der Erzähler selbst in einer glaubwürdigen, neutralen Position.

Selbst wenn es keinen Mentor beim Originalerlebnis gab, schaffen gute Erzähler den Mentor trotzdem, um die Geschichte für ihr Publikum besser aufzubereiten.

Mit dem Hintergrundbild wird das Märchen Rapunzel erzählt. Der Prinz hat Rapunzel gefunden und weilt bei Ihr, als die Hexe beide in Flagranti erwischt. Der Prinz fällt aus dem Fenster in die Dornen am Fuße des Turms und erblindet. Am Ende geht das Märchen natürlich gut aus.

Geschichtenerzählen war ganz sicher keine meiner Stärken. Ich musste mir alles erarbeiten, unzählige Bücher lesen und natürlich auch scheitern. Irgendwann wusste ich allerdings so viel darüber, dass ich anderen noch etwas beibringen konnte und sogar meine eigene Methode entwickelt habe. Die Story Matrix ist einfach. Sie erspart den peinlichen Moment, wenn Du merkst, dass Deine Zuschauer nichts mit Deiner Geschichte anfangen können. Peinlich deshalb, weil Du ja zu Ende erzählen musst.

Die Story Matrix funktioniert für jeden. Deshalb habe ich ein Buch über die Methode geschrieben.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Navigation innerhalb der Serie<< Was sind die 25 Signalsätze zum Start einer Geschichte?Bei welcher Ausnahme darf der Held sein eigener Mentor sein? >>
  • Bei welcher Ausnahme darf der Held sein eigener Mentor sein?
  • Wie viele Erzählertypen katastrophal schlechter Geschichten kennen Sie?
  • Wie machen Sie aus jeder Geschichte eine emotionale Achterbahn?
  • Warum sollten Geschichten eine Krise haben?
  • Was macht eine Krise zur Krise?
  • Durch welche zwei Zutaten wird eine Krise in einer Geschichte erst möglich?
  • Was kann man von Kurt Vonnegut über Inszenierung lernen?
  • Was verbindet Aschenputtel und das Neue Testament?
  • Welche drei Erzähldramaturgien eignen sich für eine Rede am besten?
  • Verwechseln Sie auch den “Mann im Loch” mit der Heldenreise?
  • Welche Geschichten sollten Sie nie erzählen?
  • Was ist der Wert meiner Geschichte?
  • Wie oft kann sich das Schicksal wenden?
  • Wann hat eine Geschichte zu viel Charakter?
  • Wie finden Sie die richtige Geschichte?
  • Worauf kann keine Geschichte verzichten?
  • Warum ist ein Held nie ein Held?
  • Was hat der Held mit dem Publikum zu schaffen?
  • Was darf dem Ende einer Geschichte nie fehlen?
  • Welcher Ort lässt Ihre Geschichte lebendig werden?
  • Welche Knotenpunkte bilden das zwingende Dreieck?
  • Ist die Inszenierung Ihrer Geschichte wichtig?
  • Sprechen Sie Storytelling?
  • Was ist die richtige Mischung aus Erfahrung und Kontext?
  • Was darf in einem Dialog nie passieren?
  • Wann schauen Sie dem Publikum besser nicht in die Augen?
  • Welche Rolle spielt das Publikum?