Auf Augenhöhe

AugenhoeheWarum sollte ich dem da auf der Bühne zuhören? “Weil er so ein selbstgerechter Affenhintern ist!” Nein! Ich glaube, das wird wohl niemand so sehen. Sympathischen Menschen hören wir dagegen gerne zu. Zwar spielt bei Sympathie Vieles eine Rolle, wie Charme, Ausstrahlung und Aussehen. Aber das alles ist nie so wichtig, wie die Augenhöhe.

Moderator

Für mich beginnt der erste Augenhöhe-Moment, noch bevor der Redner die Bühne betritt. So wie der Moderator den Redner ankündigt, ist auch deren Beziehung. Was wird der Moderator beispielsweise erzählen, wenn es vorher keinen Kontakt zwischen den beiden gab? Zumindest nichts Persönliches. Ein paar Fakten über die Biographie des Redners und vielleicht ein kleiner Ausblick, über den Vortrag. Gähn! Das weiß ich doch schon aus dem Internet! Dumm, wenn der Moderator auch nicht mehr weiß als sein Publikum.

Ganz schlimm sind auch die Ankündigungspamphlete, die Redner dem Moderator in die Hand drücken, um ihn anzukündigen. Jedem ist klar: Das sind nicht die Worte des Moderators, sondern das Marketinggewäsch der PR-Abteilung des Redners, also seiner Frau.

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Stimmig Reden

Black CoffeeDas Publikum hängt an den Lippen des Redners. Die Spannung ist kaum auszuhalten. In dem Saal mit über 500 Zuschauern könnte man eine Nadel fallen hören. Alle möchten wissen, wie seine Geschichte endet.

Dabei geht es eigentlich nur um eine Tasse Kaffee. Jeden Morgen freut er sich auf seine erste Tasse. Dem Redner gelingt es, seine sinnlichen Erlebnisse so präsent werden zu lassen, als würden die Zuschauer selbst gerade an dieser Tasse teilhaben. Doch eines Morgens stimmt etwas nicht. Das ist der Moment, von dem ich erzähle.

Wie kann etwas so Belangloses, wie eine Tasse Kaffee eine so große Spannung erzeugen?

Die Stimme ist der Schlüssel

Es ist die Art, wie der Redner mit seiner Stimme arbeitet. Wenn er den Kaffee riecht, riechen wir den Kaffee mit ihm. Wenn er die fast heiße Tasse umfasst, zucken wir auch kurz zurück, bevor wir fest zupacken. Wenn die wohlige braune Flüssigkeit mit ihrem starken Aroma seinen Gaumen benetzt, wollen wir auch schlucken.

Was passiert hier? Sind es die Worte, die diese Wirkung haben? Können Worte unsere Vorstellungskraft so anregen, dass wir gar nicht anders können, als diesen Kaffeemoment mit dem Redner zu teilen?

Die Antwort ist definitiv nein. Ich habe schon viele gute Redner gehört. Es gehört mehr dazu, um eine Geschichte so präsent zu machen. Ich bin inzwischen überzeugt, dass die Stimme die wichtigste Zutat des Redners ist.

In unserer Stimme kann locker der ganze Kaffeegenuss mitschwingen. Und so Vieles mehr!

Was mache ich dann, wenn meine Stimme nicht so toll ist? Schließlich kann ich nicht ständig meine Stimme verstellen.

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