Dieser Beitrag ist Teil 22 von 30 der Serie #Storytellity

22 Was darf dem Ende einer Geschichte nie fehlen?

Robinson Crusoe kommt gerade auf seiner Insel an

Robinson Crusoe kommt gerade auf seiner Insel an

Geschichten haben eine wichtige Funktion. Daher darf ihrem Ende eine Sache nie fehlen. Aber Vorsicht, der erste Schluss geht bei dieser Frage daneben. Dieser Kurzbeitrag klärt diese und einige andere wichtige Fragen.

Wer jetzt denkt, “ein Happy End! liegt leider falsch. In den meisten Fällen ist ein Happy End zwar eine gute Idee, aber nicht in allen Fällen passt es. Wollen wir zum Beispiel unser Publikum überzeugen, nicht länger seine Zeit mit Social Media zu verschwenden (darüber kann man auch geteilter Meinung sein), könnte die Geschichte eines Mannes Wunder wirken, der ob seiner Online-Aktivitäten nicht gemerkt hat, dass seine Frau immer kränker wurde und schließlich verstarb. In so einer Geschichte gibt es kein Happy-End.

Was darf einer Geschichte also nie fehlen? Rein technisch sollten alle Erzählstränge abgeschlossen sein. Ist zum Beispiel der Kollege auf dem Weg zur Messe an der Raststätte verloren gegangen, möchte das Publikum wissen, was aus ihm geworden ist.

Was allerdings noch viel wichtiger ist: Eine Geschichte brauch eine Botschaft. Jeder Teil einer Rede sollte die Botschaft der Rede unterstützen. Das gilt natürlich auch für unsere Geschichten.

Ich treffe zwar immer wieder Redner, die meinen, ihre Geschichten dienen allein der Unterhaltung. Wenn wir genauer darüber nachdenken, ist das ein kolossaler Kurzschluss. Erzählen wir unsere Geschichten allein zur Unterhaltung, wollen wir vermeiden, dass unser Publikum sich langweilt. Letzteres passiert allerdings, weil wir überflüssigerweise solange reden, dass wir Unterhaltungsgeschichten einbauen müssen, damit sich niemand langweilt. Wer die feine Ironie dieser Situation sieht, hat es verstanden. 🙂

Geschichten haben eine Funktion. Sie sollen unsere Botschaft klarer machen und aufgrund der Logik der Geschichte auch nachvollziehbar machen. Dazu muss die Geschichte natürlich zur Botschaft passen und nicht umgekehrt. Darauf werden wir im Rahmen von #Storytellity später noch einmal zurückkommen

Geschichtenerzählen war ganz sicher keine meiner Stärken. Ich musste mir alles erarbeiten, unzählige Bücher lesen und natürlich auch scheitern. Irgendwann wusste ich allerdings so viel darüber, dass ich anderen noch etwas beibringen konnte und sogar meine eigene Methode entwickelt habe. Die Story Matrix ist einfach. Sie erspart den peinlichen Moment, wenn Du merkst, dass Deine Zuschauer nichts mit Deiner Geschichte anfangen können. Peinlich deshalb, weil Du ja zu Ende erzählen musst.

Die Story Matrix funktioniert für jeden. Deshalb habe ich ein Buch über die Methode geschrieben.

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