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Bei Toastmasters entstehen Originale

KJL bei TM»Willst Du Dich der größten Rednerorganisation der Welt anschließen? « Als sich mir diese Frage stellte, war ich schon einige Jahre als Redner unterwegs. Was sollte ich da noch groß lernen?  Toastmasters richtet sich doch in erster Linie an Menschen, die das Reden vor Publikum erst noch für sich entdecken.

Ich irrte mich. Die Treffen folgen einer klaren Agenda, die auf zwei Dinge ausgerichtet ist: Reden und Feedback. Das bringt professionelle Redner genauso voran, wie Einsteiger.

Die Freiheit, nicht zu gefallen

Das Feedback ist Teil der offiziellen Agenda. Freundliche Toastmaster-Kollegen halten zu jeder Deiner Reden eine Feedback-Rede. Das ist spannend! Denn wenn jemand ein paar Minuten über Deine Rede spricht, geht das weit über ein oberflächliches „Gut Gemacht“ heraus. Er muss seine Gedanken offenlegen. Sonst hätte er nichts zu sagen. Das ist peinlich. Deshalb passiert es auch nicht. Weiterlesen

no time for losers

Der Wettbewerb der Redner

Im Frühjahr beginnt wieder der Wettbewerb International Speech in zehntausenden Toastmasterclubs weltweit. Ich werde dabei sein. Der Wettbewerb beim Rhetorik Club Frankfurt findet am 25.03.2015 statt.

Meine letzte Erfahrung mit einem Redewettbewerb liegt nicht weit zurück. Damals wurde ich beim Redewettbewerb Humorvolle Rede disqualifiziert. Ich hatte überzogen:

Es war nicht das Erste Mal, dass ich an mir selbst gescheitert bin. Als professioneller Redner denkst Du Dir: Sogar im Halbschlaf sollest Du die ersten Runden im Wettbewerb gewinnen können. So dachte ich auch bei meinem ersten Wettbewerb, den ich sogar in der ersten Runde verlor. Es war der Wettbewerb Humorvolle Rede im Herbst 2013. Meine Rede selbst war nicht schlecht. Sie war sogar so gut, dass ein Toastmasterkollege sie 18 Monate später noch zitieren konnte. Aber ich war einfach nicht witzig genug. Weiterlesen

Ein Original ist ein Original

Redner KJL beide Arme ausgebreitetHast Du schon einmal ein Geschenk bekommen, das in recyceltes Geschenkpapier eingewickelt war?

Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Obwohl ich schon hin und wieder erlebe, wie Freunde und Bekannte meine Mitbringsel ganz vorsichtig auspacken, um das “schöne Papier” nicht zu beschädigen.

Würde ich es aber merken, dann hätte ich vermutlich ein seltsames Gefühl. Bin ich es dem anderen nicht wert, ein unbenutztes Geschenkpapier zu verwenden? Bin ich ein Bekannter zweiter Klasse für ihn? Oder geht es ihm so schlecht, dass er sich kein Geschenkpapier leisten kann? Soll ich das Geschenk überhaupt annehmen?

So ähnlich ergeht es mir, wenn ich dem einen oder anderen Redner zuhöre. Manche Geschichten und Beispiele werden immer wieder neu aufgewärmt. Als vor rund zwei Jahren Matthias Garten das erste Mal in seinem Vortrag vom “betreuten Lesen” sprach, habe ich Tränen gelacht. Er bezeichnete damit Reden mit sehr textlastigen Folien.  Letzte Woche auf der Präsentationskonferenz hat Nils Bäumer den gleichen Satz benutzt, genauso wie natürlich Matthias Garten.

Das ist unangenehm. Mindestens einer hat sein Geschenkpapier recycelt. Letzten Donnerstag erzählt mit eine Toastmasterkollegin von einer Rednerin, die auf dem Marketingsymposium in Mainz sprach. Das Symposium fand parallel zur Präsentationskonferenz in Mainz statt. Meine Kollegin erzählte mir davon, dass sie herzhaft darüber lachen musste, als die patente Unternehmerin, deren Namen sie bezeichnenderweise nicht mehr wusste,  vom “betreuten Lesen” in Powerpoint-Präsentationen gesprochen hatte.

Nichts ist so stark, wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist, soll Victor Hugo einmal gesagt haben. Bei witzigen Redewendungen scheint das Gegenteil zuzutreffen.

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